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Ofenbauermuseum in Gershasen wurde eröffnet Drucken E-Mail
Mittwoch, 10. Dezember 2008
Ralf Seekatz Stadtbürgermeister, Rosemarie Jung, Artur Loos, Bärbel Rudolph, Rudi Schmidt, Christa Loos
Ralf Seekatz Stadtbürgermeister, Rosemarie Jung, Artur Loos, Bärbel Rudolph, Rudi Schmidt, Christa Loos

Ofenbauer Reinhold Menges, Bäckerofen im Museum
Ofenbauer Reinhold Menges, Bäckerofen im Museum

Backes mit Ofenbauermuseum in Gershasen Foto Touristinformation Westerburger Land Ulrike Preis
Backes mit Ofenbauermuseum in Gershasen Foto Touristinformation Westerburger Land Ulrike Preis





Das Ofenbauermuseum im Westerburger Stadtteil Gershasen ist gleichzeitig auch Backes- und Heimatmuseum.

Im Laufe des Jahres hat die Stadt Westerburg das Backes in Gershasen sanieren lassen. Das Anfang des letzten Jahrhunderts erbaute Gebäude erhielt unter anderem einen neuen Außenanstrich und erstrahlt jetzt in der Mitte des alten Dorfkerns in neuem Glanz. Ausgestattet mit neuen Fenstern und Türen kann jetzt die Temperatur im Gebäude besser reguliert werden.
Das Backes, also die Backstube, mit dem 1945 erbauten Steinbackofen ist mehrmals im Jahr in Betrieb. Die Backfrauen von Gershasen bieten dann den Einwohnern und Bekannten aus nah und fern Backesbrot an.

Das Backes und die kleine Straße „Am Backes“ erreicht man von der Hauptstraße des Ortes aus, über die „Ofenbauerstraße“. Der Name erinnert an ein blühendes Handwerk, das hier einst beheimatet war und auf dem Westerwald nicht seinesgleichen fand. Gab es in dem kleinen Dörfchen Gershasen vor mehr als 100 Jahren noch mehr als 30 Backofenbauer, so lebt heute nur noch einer, der in der Zunft dieser spezialisierten Maurer mitarbeiten durfte.
Nur noch der heute 81 jährige Reinhold Menges kann erzählen, wie der Backofenfels im Steinbruch abgebaut und nach oft langem Transport in Gemeindebackhäusern, bei Bäckern und auch Privatleuten vermauert wurde.
Das Handwerk musste sterben, als nach dem Zweiten Weltkrieg die Steinöfen aus Trachyttuff immer mehr von rationeller arbeitenden Industrieöfen aus Stahl und feuerfesten Steinen ( Schamott) verdrängt wurden und die Holzfeuerung durch Beheizung mit Dampf, elektrischem Strom und Öl abgelöst wurde.
Das in den oberen Räumen des Backes eingerichtete Ofenbauermuseum zeigt Werkzeuge, Bilder und Berichte aus der aktiven Zeit der Handwerker. Die Werkzeuge stammen alles aus Gershasener Familien, deren Vorfahren diesem Handwerk nachgegangen sind.
Ausgestellt ist auch der Bäckerofen aus Willmenrod. Die Front wurde unter Anleitung von Reinhold Menges in der ehemaligen Willmenroder Bäckerei abgebaut und in Gershasen als Ausstellungsstück wieder aufgebaut.
In einem weiteren Raum wurde ein kleines Heimat und Dorfmuseum eingerichtet. Die Exponate stammen größtenteils von den Bürgerinnen und Bürgern aus Gershasen. Durch die Berichte in den Zeitungen wurden auch Freunde des Museums aus den Nachbargemeinden aufmerksam und stellten ihre „Stücke“ zur Verfügung ( beispielsweise  aus Brandscheid eine alte Wäschemangel und aus Bellingen eine 1896 geeichte Getreidewaage und einen Petroleumkocher ).

Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger aus den umliegenden Gemeinden sind zu einem Besuch des Backes und des Museums eingeladen. Auch der Wanderer auf dem Westerwaldsteig kann über die Zuwegung von und zum Bahnhof Westerburg, durch  einen kleinen Schlenker im Dorf das Museum besuchen.
Die Touristinformation Westerburger Land konnte fünf „Nachbarn“ des Museums finden, die Gruppen und einzelnen Wanderern die Besichtigung ermöglichen und gerne Auskünfte zu den Einrichtungen und ausgestellten Exponaten geben.
Die unten aufgeführten Namen und Telefonnummern sind auf dem Schild an der Tür zum Museum vermerkt. Einer dieser „Nachbarn“ kann nach einem Anruf ( heute hat fast jeder Wanderer ein Mobiltelefon dabei ) in ganz kurzer Zeit die Tür öffnen.

Frau Rosemarie Jung        02663/  3145
Herr Artur Loos               02663/ 8699
Frau Bärbel Rudolph         0160/ 94909221
Herr Rudi Schmidt           02663/ 8946
Frau Christa Loos            02663/ 3687


Bei der Eröffnung des Museums konnte Stadtbürgermeister Ralf Seekatz den „Museumsführerinnen und –führern“ jeweils einen Schlüssel aushändigen.
Führungen können auch über die Touristinformation Westerburger Land ( 02663 291490 und 291494) vereinbart werden.

Die Organisatoren freuen sich auch über weitere Kleinigkeiten oder einen alten Küchentisch mit Stühlen für das stetig wachsende Museum.
Im kommenden Jahr sollen auch landwirtschaftliche Geräte im Außenbereich aufgestellt werden. Ein alter Pflug, der von Kühen gezogen wurde, steht zur Abholung bereit.



  

 
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