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 Wandergruppe 29.12.2008 von den Burgmannen zu den Ofenbauern.jpg) Wandergruppe 29.12.2008 von den Burgmannen zu den Ofenbauern.
 Wanderführer Willi Kachler begrueßt 34 Wanderer auf dem Burgmannenplatz
 Im Westerburger Wald in Richtung Schlossbrunnen.jpg) Im Westerburger Wald in Richtung Schlossbrunnen
 Am Schlossbrunnen im Westerburger Wald.jpg) Am Schlossbrunnen im Westerburger Wald
WW Steig Westerburg nach Gemuenden a.jpg) WW Steig Westerburg nach Gemünden a
WW Steig Westerburg nach Gemuenden b.jpg) WW Steig Westerburg nach Gemünden b
Freundliche Begruessung am Wegesrand.jpg) Freundliche Begrüßung am Wegesrand
Aufstieg zum Stromberg.jpg) Aufstieg zum Stromberg
Am Rand der Ofenkaut in Gershasen, Foto KDH.jpg) Am Rand der Ofenkaut in Gershasen, Foto KDH
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Eine geführte Wanderung zum Jahresschluss über fast 12 Kilometer mit dem kürzlich ausgebildeten Wanderführer des Westerwaldvereins Westerburg, Willi Kachler rund um Westerburg.
Kurz vor Silvester trafen sich 34 Wanderer auf dem Burgmannenplatz in Westerburg. Der Wanderführer begrüßte die Wanderfreunde bei herrlichem Sonnenschein vor dem Burgmannenhaus. Nach einem kurzem Vortrag über das historische Gebäude und die bevorstehende Wanderung über den Westerwald-Steig ging es den steilen Anstieg des Zuweges hinauf in den Westerburger Wald. Der Weg führte die Gruppe über den Katzenstein, am Schlossbrunnen vorbei Richtung Gemünden. Am Ziehenberg verließen die Wanderer den Westerwald-Steig und weiter ging es unter der Brücke auf die alte Straße nach Wengenroth. An den zwei Linden vorbei führte der Weg steil bergan zum Stromberg. Dort öffnete sich der Blick nach Westerburg und in Richtung Gershasen. Im vergangenen Jahr war in Gershasen das Backes wieder renoviert und in Betrieb genommen worden. Gleichzeitig wurde ein Ofenbauer- und Heimatmuseum eingerichtet, das an die über 160 Jahre lange Geschichte des Backofenbauens in Gershasen erinnern soll. Noch heute erinnert im Dorf die Ofenbauerstraße an diese alte Tradition, die ihren Ursprung auch in den Funden von Tuffstein in Brüchen (Kauten) rund um Gershasen hat. Gershasen gehörte, neben Königswinter und Bell in der Eifel, zu den drei Zentren des Backofenbauens. Als im 17. und 18. Jahrhundert die Landsherren wegen der Brandgefahr das Hausbacken verboten hatten und den Bau von Gemeindebacköfen (den Backes) anordneten, wurden die ersten Backöfen aus Lehm gebaut, später aus Ziegelsteinen. Wie aus einer geschichtlichen Nachforschung von Helmut Schossau nachzulesen ist, waren Maurer die ersten, die für die Errichtung von Backesöfen zuständig waren. Sie nutzten Vorkommen von Trachyttuff, der im südöstlichen Zipfel der Gemarkung Gershasen am „Waltersberg“ zu finden war und ist, sowie im angrenzenden Teil der Gemarkung Sainscheid. Der Trachyttuff ist zusammengebackene vulkanische Asche, die sich in einzelnen pilzförmigen Nestern findet. Der Tuff ist zäh und gut zu bearbeiten, wenn er noch erdfeucht ist. Trotz der großen thermischen Belastung des Steins, zum Backen wird eine Temperatur von 250 Grad gebraucht, hat er eine lange Lebensdauer. Schließlich ist der Stein noch wegen seines geringen Gewichts gut für den Gewölbebau geeignet. Der Backofenbauer benutzte außer den bekannten Maurerwerkzeugen wie Maurerhammer, Kelle, Wasserwaage, Lot, Winkeleisen und Meißel noch spezielle Handwerkszeuge wie Zweispitz, Bill (Beil), Kreuzbill, Keile, Brecheisen, Schmiege. Mit diesen Werkzeugen schlugen die Arbeiter in den Brüchen Platten von einer Länge bis zu 150 Zentimeter, einer Breite von bis zu 75 Zentimeter und einer Dicke von 12 Zentimeter heraus. Dazu wurden noch Herdplatten von bis zu 180 Zentimeter hergestellt. Die Herdplatten bildeten das Herzstück eines Backofens, sie aus dem Fels herauszuarbeiten erforderte viel Kraft und Erfahrung. Für einen Gemeinde- oder Bäckerofen wurden je nach Größe bis zu vier bis sechs Herdplatten gebraucht.
Zu einer dieser Backofenkauten führte diese Wanderung, die auch Aufschluss über diese Tuffsteinkauten und der Geschichte des Backofenbaus geben sollte. Die Kaut in der Sainscheider Gemarkung ist heute von hohen Bäumen umsäumt und gibt wenig Auskunft über das Leben und Wirken in den vergangenen Jahrhunderten. Wer jedoch ein bischen unter dem Laub buddelt, stößt schon nach kürzester Zeit auf diesen Tuffstein der in bis zu 10 Meter Tiefe im Tagewerk abgebaut wurde. Ein sechs Meter tiefes Loch lässt heute nur noch erahnen, in welchen Tiefen die Arbeiter damals arbeiten mussten. Mit dem Einsatz modernerer Öfen wie Elektro- oder Gasöfen, verschwand auch der Abbau des Tuffsteins in den Kauten rund um Gershasen. Doch nicht die Geschichte verschwand über die im Backofenmuseum, dem Backes von Gershasen, noch vieles zu erfahren ist. Die Tuffsteinkaut soll nach Informationen der Touristinformation Westerburger Land in den Aktionskatalog des Westerwaldsteiges aufgenommen werden. Hierzu soll ein Weg zu dieser Kaut frei gemacht werden und Informationsschilder aufgestellt werden.
Nach dieser Besichtigung ging es dann weiter nach Gershasen. Dort am Backes wurden die Wanderer von Rosemarie Jung und Bärbel Rudolph zur Besichtigung des Ofenbauer- und Heimatmuseums begrüßt. Zünftig mit einem „Wegweiser“ und einem „Meilenstein“ den Aufwärmgetränken des Westerwald-Steiges sowie einem Becher mit heißem Kaffee. Im Ofenbauer- und Heimatmuseum konnten unter anderem das funktionierende Backes, der im Museum ausgestellte Bäckerofen und die zuvor beschriebenen Werkzeuge der Ofenbauer besichtigt werden.
Nach dem informativen und doch gemütlichen Aufenthalt in der warmen Heimatstube des Museums, ging es dann zurück in die Stadt.
Die Wanderung soll im Jahre 2009 an den Backtagen im Backes Gershasen wiederholt werden. Die Termine werden frühzeitig veröffentlicht.
Weitere Informationen und Bilder zum Ofenbauermuseum hier und bei der TI Westerburger Land. (kdh/mcr)
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